Kaiserthermen in Trier
Kaisernthermen in Trier. Foto: r3/hb

Römisches Erbe neu vernetzt — Interreg Projekt stärkt digitale Archäologie in Trier

Die historische Innenstadt Triers birgt ein außergewöhnlich dichtes Erbe – sichtbar über der Erde und verborgen darunter. Dieses kulturelle Gedächtnis stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, ist Ziel des Interreg-Projekts „Memoria Romana“, das derzeit im Amt für Stadtkultur und Denkmalschutz läuft.

VON REDAKTION

Trier/Arlon – Das EU-Programm Interreg fördert die Zusammenarbeit europäischer Grenzregionen, um deren wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu stärken. „Memoria Romana“ widmet sich dem gemeinsamen gallorömischen Erbe der Großregion und soll neue Impulse für Tourismus, Kulturvermittlung und regionale Entwicklung setzen. Das Projekt läuft vom 1. Juli 2025 bis 1. Juli 2028. Fünf Partner sind beteiligt: die Ville d’Arlon (Leadpartner), die Maison du Tourisme du Pays d’Arlon, die Commune de Dalheim, die Communauté de Communes Damvillers Spincourt sowie die Stadt Trier. Ein Schwerpunkt liegt auf der digitalen Vermittlung. Geplant sind neue digitale Angebote, eine stärkere Vernetzung archäologischer Stätten und grenzüberschreitende Radwege entlang historischer Routen.

Die historische Innenstadt Triers birgt ein außergewöhnlich dichtes Erbe – sichtbar über der Erde und verborgen darunter. Foto: r3/hb
Die historische Innenstadt Triers birgt ein außergewöhnlich dichtes Erbe – sichtbar über der Erde und verborgen darunter. Foto: r3/hb

In Trier wird im Rahmen des Projekts das digitale Archäologische Stadtkataster (PAS) weiterentwickelt – in Kooperation mit der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland Pfalz (GDKE). Das System, das bereits seit 2024 Daten zu Bodeneingriffen zwischen Römerbrücke und Amphitheater bündelt, wird nun auf das Gebiet zwischen Porta Nigra, Kaiserthermen und Petrisberg ausgeweitet. Es soll künftig bei Bauvorhaben frühzeitig Transparenz schaffen und das kulturelle Erbe besser berücksichtigen. Kulturdezernent Markus Nöhl betont den regionalen Mehrwert: „Trier ist reich an kulturellen Schätzen – und die Großregion ist es ebenso. Das Projekt vernetzt unsere Denkmäler stärker mit denen unserer europäischen Nachbarn und setzt touristische Impulse. Gleichzeitig wird Trier digitaler, weil Informationen zu Bodendenkmälern schneller zugänglich werden.“

Auch GDKE Generaldirektorin Dr. Heike Otto sieht große Chancen: „Das Stadtkataster hat sich bereits als praktisches Werkzeug bewährt. Durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wird unser historisches Erbe – insbesondere das UNESCO Welterbe – noch sichtbarer.“

Gefördert wird „Memoria Romana“ durch Interreg Großregion und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 4,5 Millionen Euro, davon 2,1 Millionen Euro aus EU Mitteln. Zahlreiche strategische Partner unterstützen das Vorhaben, darunter der Europäische Kulturpark Bliesbruck Reinheim und das Institut national de recherches archéologiques sowie der Verein Les Amis de Senon.

„Memoria Romana“ bietet die Chance, das römische Erbe der Großregion zeitgemäß zu vermitteln und Wissenschaft, Tourismus und Kultur enger zu verzahnen – ein Gewinn für Trier und die gesamte Großregion.

Verwendete Quellen:
Website: https://interreg-gr.eu/de/homepage/
Webseite: https://interreg-gr.eu/de/project/memoria-romana-de/
Mitteilung der Stadt Trier, 12.05,2026

regio drei/15.05.2026