Das Kreuzherrenkloster Welschbillig im Kreis Trier-Saarburg erhält 10.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die Restaurierung seines spätgotischen Hochaltars und des steinernen Sakramentshauses. Beide Kunstwerke sollen gereinigt, beschädigte Partien gesichert und fehlende Elemente ergänzt werden.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz/Heinz-Stefan Bolz
Der Hochaltar aus dem 15. Jahrhundert gilt als eines der bedeutendsten Ausstattungsstücke der Klosterkirche: Ein reich geschnitzter Flügelaltar mit einer zentralen Madonna Darstellung, flankiert von Aposteln und fein gearbeiteten Figuren. Das rund 9,5 Meter hohe Sakramentshaus von 1525 zeigt Türmchen, Figuren und naturalistisches Astwerk – ein eindrucksvolles Beispiel spätgotischer Steinmetzkunst.Das ehemalige Kreuzherrenkloster liegt etwa zehn Kilometer nördlich von Trier und geht in seinen Ursprüngen auf das 15. Jahrhundert zurück, eine erste Erwähnung gab es 1240 als Hospiz. 1485 gründete der kurtrierische Kanzler Ludolf von Enschringen das Kreuzherrenkloster; die erste Klosterkirche wurde 1489 geweiht. Nach Plünderung und zeitweiser Aufgabe im 16. und 17. Jahrhundert wurde die Anlage ab 1740 neu aufgebaut.
Die heutige Kirche entstand zwischen 1747 und 1784 nach Plänen des Mainzer Baumeisters Gottfried Scheidweiler unter Einbeziehung des noch vorhandenen spätgotischen Altarraums. Neben der Kirche und dem barocken Klostergebäude gehören ein Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert sowie ein Wirtschaftsgebäude zu der denkmalgeschützten Gesamtanlage auf dem Helenenberg.
Übernommen haben die Salesianer Don Boscos das Eduardstift im Jahr 1925: Der römisch katholische Männerorden führte damals die Betreuung der rund 140 Jungen fort, die zuvor in der Obhut der Franziskaner standen. Heute ist der weitläufige Gebäudekomplex ein modernes Jugendhilfezentrum mit vielfältigen Wohn und Unterstützungsangeboten. Die Gottesdienste in der Klosterkirche, der Ordenskirche der Salesianer, sind weiterhin für alle Menschen offen.
Das ehemalige Kreuzherrenkloster in Welschbillig zählt zu den mehr als 360 Kulturdenkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Rheinland Pfalz dank privater Spenden, ihrer Treuhandstiftungen und der Unterstützung der Lotterie GlücksSpirale fördern konnte.
Extra: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist Deutschlands größte unabhängige Initiative für den Erhalt gefährdeter Baudenkmale. Bundesweit unterstützt sie den Schutz historischer Gebäude aller Epochen – von der schnellen Nothilfe über vielfältige Jugendprogramme bis hin zum jährlich stattfindenden Tag des offenen Denkmals®. Ihr Ansatz verbindet praktische Denkmalpflege mit gesellschaftlichem Engagement und macht den Wert historischer Bausubstanz sichtbar.
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Verwendete Quellen: Deutschen Stiftung Denkmalschutz

