Storch
Symbolbild: Foto/regio drei

Winterstörche häufen sich im Westen Deutschlands

Weißstörche trotzen in Deutschland zunehmend dem Winter. Eine aktuelle Meldeaktion des NABU zeigt, in welchen Regionen die Vögel trotz Schnee und Frost bleiben und welche Muster sich dabei abzeichnen.

Eine Meldeaktion des NABU zeigt, in welchen Regionen der Weißstorch trotz Schnee und Frost bleibt und welche Muster sich dabei abzeichnen. Foto: regio drei/hb
Eine Meldeaktion des NABU zeigt, in welchen Regionen der Weißstorch trotz Schnee und Frost bleibt und welche Muster sich dabei abzeichnen. Foto: regio drei/hb

Störche im Schnee sind in Deutschland längst kein seltenes Bild mehr. Um dieses veränderte Verhalten besser zu verstehen, hat der NABU bereits zum dritten Mal zur Zählung von Winterstörchen aufgerufen. Nun liegen erste Ergebnisse vor. „Seit über 20 Jahren beobachten wir, dass sich das Zugverhalten der Weißstörche wandelt“, erklärt Bernd Petri von der NABU Bundesarbeitsgruppe Weißstorchschutz. Viele westziehende Störche, die früher das Mittelmeer umflogen und bis nach Afrika zogen, überwintern inzwischen in Spanien – oder bleiben gleich in Deutschland.Besonders viele Winterstörche halten sich am Oberrheingraben auf. Das milde Klima und mehrere Müllkippen mit Bioabfällen bieten ideale Bedingungen. Weitere Schwerpunkte liegen in Mittelfranken, Schwaben und im Hessischen Ried. In Büttelborn überwintern bis zu 500 Störche in der Nähe einer großen Deponie und eines wasserreichen Niedermoorgebiets. Auch das Umfeld des Münchner Flughafens zieht viele Störche an: Ein großes Abfallwirtschaftszentrum und zahlreiche Straßenlampen schaffen attraktive Futter- und Schlafplätze.

Die Daten aus drei Wintern zeigen ein klares Bild: Das veränderte Zugverhalten betrifft vor allem die westziehenden Störche. Die Ostzieher, die über den Bosporus nach Afrika fliegen, treten ihre lange Reise weiterhin an. Eine Rolle spielt auch der Klimawandel. In zunehmend milden Wintern finden die opportunistischen Nahrungssucher genügend Mäuse, Würmer, kleine Fische und Abfälle – ein kräftezehrender Zug wird damit überflüssig. Zudem sind überwinternde Störche im Frühjahr früher in den Brutgebieten und sichern sich die besten Nester.

Weil sich die westziehende Population stark vergrößert hat, weichen einige Tiere inzwischen in östliche Bundesländer aus. Dort gemeldete Winterstörche sind meist Westzieher, die zum Brüten in den Osten gewechselt sind. Entsprechend werden aus den östlichen Regionen insgesamt weniger Winterstörche gemeldet. Ein Hotspot liegt bei Apolda in Thüringen, die nördlichsten Meldungen stammen aus dem Raum Pasewalk.

Verwendete Quelle: NABU