Das marode Theater Trier steht vor einer umfassenden Sanierung. Wie das Gebäude aus den 1960er Jahren nach der geplanten Generalsanierung wirken soll, erläuterte Intendant Lajos Wenzel beim jüngsten „Theater Talk“, wo er auch aktuelle Visualisierungen der Planungen präsentierte.

Trier – Rund 70 Besucherinnen und Besucher kamen ins Studio des Theaters, um sich aus erster Hand über den Stand der geplanten Sanierung zu informieren. Intendant Lajos Wenzel, Projektleiterin Beatrix von Holst und Kulturdezernent Markus Nöhl skizzierten dort, wie es mit dem maroden Gebäude weitergehen soll. Der Start der umfassenden Arbeiten ist für Anfang 2027 vorgesehen. Drei Architekturbüros haben die Entwürfe aus dem vergangenen Jahr inzwischen weiterentwickelt und dabei vor allem Kosten und Funktionalität neu bewertet. Das Hamburger Büro Studio PFP ist für die Planung der beiden Neubauten – Foyer und Orchesterprobesaal – zuständig. Die Generalsanierung des Bestands übernimmt eine Arbeitsgemeinschaft aus dem Frankfurter Büro MOW und dem französischen Büro Fabre/Speller.„Die Planerteams haben erfolgreich zusammengearbeitet“, sagte Kulturdezernent Markus Nöhl, betonte aber zugleich, dass die aktuellen Pläne nicht den Endstand markierten, sondern noch weiterentwickelt würden.

Die neuen Visualisierungen zeigen deutlich, wohin sich das Trierer Theater entwickeln soll und an welchen Stellen die Planer ihre Entwürfe überarbeitet haben. Besonders sichtbar wird dies am Orchesterprobesaal, der an den Altbau anschließt und sich in Richtung Augustinerhof erstreckt. Er wird weniger verglast ausfallen als ursprünglich vorgesehen, vor allem aus akustischen Gründen. Dennoch sollen großzügige Glasflächen an den Seiten Einblicke ermöglichen, etwa bei ausgewählten Proben oder öffentlichen Formaten. Auch die neue Eingangshalle, die Richtung Gerty-Spies-Straße gebaut wird und das Theater „zur Innenstadt hin öffnen soll“, wie die städtische Projektleiterin Beatrix von Holst betonte, wird weniger gläsern, als ursprünglich geplant.

Auffällig bei beiden Neubauten ist die Weiterführung der charakteristischen Fassade des Bestandsgebäudes von Architekt Gerhard Graubner. So wird etwa das umlaufende „Band“ an der Außenwand auch in den Fassaden der Neubauten aufgenommen, womit „dem Geiste Graubners Rechnung getragen wird“, wie Intendant Lajos Wenzel betonte. Zugleich erfüllt das Band eine praktische Funktion, denn darin lässt sich der Sonnenschutz in Form von Rollos integrieren. So entsteht ein geschlossenes Gesamtbild, das die Handschrift Graubners fortschreibt, ohne die neuen Baukörper optisch abzusetzen. Auch künftig sollen verputzte Fassaden als solche erkennbar bleiben, etwa am Gebäudetrakt entlang des Heinz Tietjen Wegs. Der Bühnenturm wird vorab energetisch saniert und erhält auf zwei Seiten eine Photovoltaik Fassade, die künftig mit matter Glasoberfläche statt Metall erscheinen wird. Intendant Wenzel informierte, dass der Großteil der avisierten Kosten in Höhe von rund 90,5 Millionen Euro (plus Baukostensteigerungen) für die Sanierung des maroden Bestandsgebäudes notwendig seien, nämlich rund 75 Prozent. Die Kosten für die Neubauten machen rund ein Viertel der Kosten aus.
Das Publikum nutzte die Gelegenheit für zahlreiche Nachfragen, unter anderem zu Barrierefreiheit im Neubau, zur geplanten Wärmeversorgung, zu Begrünungsmaßnahmen, zu Kosten, zur künftigen Bestuhlung sowie zur Anzahl der vorgesehenen Toiletten. Letztere wird erhöht, wie Wenzel sagte. Zudem sind im Foyer Unisex-Toiletten geplant, womit das Schlange stehen vor der Damentoilette nach der Sanierung 2030 der Vergangenheit angehören soll. Die Barrierefreiheit werde ebenso realisiert wie Begrünungen am Gebäude. Die Sitze werden aufwendig aufgearbeitet – ein kompletter Austausch der Sitze wäre aufgrund der darunter der verlaufenden Frischluftzufuhr nur sehr aufwendig zu realisieren, erläuterte Wenzel.
Verwendete Quellen: Stadt Trier
regio drei/27.02.2026

