Kastel-Staadt – Die Klause bei Kastel Staadt ist wieder geöffnet – und das Kulturplateau bietet zum Saisonstart gleich mehrere Neuerungen. Die romantische Grabkapelle, die 1834–1835 im Auftrag des preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm, des späteren Königs Friedrich Wilhelm IV., entstand, gehört zu den eindrucksvollsten Kulturdenkmälern der Region. Architekt Karl Friedrich Schinkel platzierte den Bau spektakulär auf einem Felsplateau hoch über der Saar, wo Architektur, Geschichte und Landschaft zu einem außergewöhnlichen Ensemble verschmelzen.

Johann von Luxemburg (1296–1346) war König von Böhmen, Graf von Luxemburg und eine der berühmtesten Rittergestalten des Mittelalters. Er fiel in der Schlacht von Crécy, obwohl er bereits blind war. Seine Gebeine gelangten nach mehreren Umwegen 1838 in die Klause und ruhten dort über 100 Jahre in einem kunstvollen Marmorsarkophag.1946 wurden die sterblichen Überreste feierlich nach Luxemburg überführt, wo sie heute in der Kathedrale Notre-Dame in Luxemburg-Stadt beigesetzt sind. Die Klause selbst ist heute ein bedeutendes Kulturdenkmal und ein eindrucksvoller Erinnerungsort an mittelalterliche Geschichte und romantische Architektur.
Seit dem 1. April ist die Anlage nach der Winterpause wieder zugänglich. Geöffnet ist sie bis zum 31. Oktober von Mittwoch bis Sonntag jeweils von 10 bis 16 Uhr, in den Sommermonaten Juli und August bis 17 Uhr. Der letzte Einlass erfolgt 30 Minuten vor Schließung, an rheinland-pfälzischen Feiertagen ist ebenfalls geöffnet. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro; Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 16 Jahren zahlen 2 Euro, jüngere Kinder haben freien Eintritt. Für Gruppen ab zehn Personen gilt ein Preis von 4 Euro pro Person.
Neu hinzugekommen ist der sogenannte Jumpstone – ein interaktiver Springwürfel, der Bewegung und Wissensvermittlung verbindet. Durch das Hüpfen erzeugen Besucher selbst Energie, die eine kurze Hörstation zur Geschichte der Klause aktiviert. Die von der GDKE Rheinland Pfalz entwickelte Installation richtet sich besonders an Familien und junge Gäste. Ergänzend dazu bietet die kostenlose App „Lauschtour“ einen eigenständigen Rundgang über das Kulturplateau mit Hintergründen zu Kelten, Römern und den Besonderheiten der Klausenkapelle.
Die Klause Kastel Staadt erreicht man am bequemsten über die B51, von der man bei Saarburg nach Kastel Staadt abbiegt. Im Ort folgt man der Beschilderung „Klause“ bis zum Besucherparkplatz. Von dort führt ein kurzer, gut ausgeschilderter Fußweg zur Anlage. Auch Radfahrer können den Anstieg nutzen, sollten jedoch die Steigung einplanen. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, fährt zunächst bis zum Bahnhof Saarburg und weiter mit dem Bus nach Kastel Staadt; von dort gelangt man zu Fuß zur Klause.
Verwendete Quellen:
- Saar-Obermosel-Touristik e. V.
- Website: www.gdke.de

