Der Trierer Bischof Stephan Ackermann ruft gemeinsam mit allen deutschen Bischöfen am dritten Adventssonntag zur Unterstützung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion auf. Die Weihnachtskollekten in den Gottesdiensten, die am Heiligabend sowie am ersten Weihnachtsfeiertag (24. und 25. Dezember) stattfinden, sind bundesweit für das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat vorgesehen.
Trier. Das Lateinamerika-Hilfswerk konzentriert sich in diesem Jahr auf die Situation der indigenen Völker und die Ausbeutung der Regenwälder am Amazonas, zehn Jahre nach der Umwelt- und Sozialen Enzyklika Laudato si ̓ von Papst Franziskus. Viele der indigenen Gemeinschaften leben seit Generationen im Einklang mit der Natur und sind wichtige Hüter der Schöpfung. Zugleich sind sie vielfach von Armut, Ausgrenzung, Ausbeutung und Vertreibung bedroht. Adveniat hilft ihnen mit verschiedenen Projekten, ihre Rechte zu schützen und sich gegen zerstörerische Eingriffe in ihre Lebensräume zu wehren.
Weltklima gerät immer weiter unter Druck
Der Erhalt des Amazonas und seiner Regenwälder mit ihrer einzigartigen Artenvielfalt sei nicht nur für die dort lebenden Menschen von entscheidender Bedeutung, sondern für die gesamte Weltgemeinschaft, so die Bischöfe in ihrem Aufruf. „Der weltweite Hunger nach Rohstoffen, Holz und Fleisch frisst die Lebensgrundlage der indigenen Völker am Amazonas auf und erstickt die Lunge der Welt“, erklärte dazu Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier SJ. Mehr als 150 000 Rodungs- und Waldbrände allein 2024 vernichteten 25 Millionen Hektar Regenwald. Weniger Bäume speichern weniger CO2. Damit gerät das Weltklima immer weiter unter Druck und die Meere erwärmen sich noch schneller. Bei der bundesweiten Eröffnung der Weihnachtsaktion in Mainz sagte Bischof Peter Kohlgraf, er habe den Eindruck, dass die Menschheit, anstatt aufzuwachen, immer wieder auf eine globale Snooze-Taste drücke, so wie bei einem Wecker, um weiterschlafen zu können. Er jedoch fordere auf, aufzuwachen und sich nicht von Geld und dem Nutzen der Schöpfung blenden zu lassen. Gerade der Glaube an Gott und das Bewusstsein, Teil seiner Schöpfung zu sein, seien „ein Weckruf, der uns mahnt, die Wirklichkeit nicht zu verdrängen“.

Schwester Elis dos Santos aus dem brasilianischen Manaus, Partnerin des Hilfswerks vor Ort, hatte das Bistum Trier Ende November besucht. Für sie steht fest: „Unsere Beziehung zur Schöpfung darf nicht länger der Logik der Ausbeutung und einer Wegwerfmentalität folgen.“ Die Adveniat-Weihnachtaktion sei für sie und die Menschen in Lateinamerika ein Zeichen tiefer Verbundenheit aus Deutschland. Das betont auch Bischof Ackermann. Er bitte die Menschen im Bistum Trier um „eine großherzige Spende und Ihr Gebet“. „Sie tragen damit gemeinsam mit den indigenen Völkern zur Bewahrung der Schöpfung und zur Rettung unserer Welt bei.“ Die Kollekte an Heiligabend und am 1. Weihnachtsfeiertag ist ausschließlich für Projekte der Bischöflichen Aktion Adveniat bestimmt. Online spenden kann man unter: www.adveniat.de.
Verwendte Quellen : Bistum Trier, Simone Bastreri
