Landesmuseum Trier
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NS-Vergangenheit im Fokus: Landesmuseum Trier untersucht Kunstankäufe

Trier (red) Das Rheinische Landesmuseum Trier startet mit Unterstützung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste ein neues Forschungsprojekt zur Aufarbeitung seiner Sammlungsgeschichte. In den kommenden fünf Monaten werden mehr als 20 Kunstankäufe untersucht, die während der Zeit des Nationalsozialismus für die kunsthistorische Sammlung des Museums erworben wurden.

Dr. Anne Kurtze (Rheinisches Landesmuseum Trier) und Dr. Isgard Kracht. Foto: GDKE
Dr. Anne Kurtze (Rheinisches Landesmuseum Trier) und Dr. Isgard Kracht. Foto: GDKE

Für die wissenschaftliche Untersuchung konnte die renommierte Provenienzforscherin Dr. Isgard Kracht aus Düsseldorf gewonnen werden. Die Expertin gilt als ausgewiesene Kennerin der Kunsthandels- und Sammlernetzwerke in der damaligen Rheinprovinz.
Im Mittelpunkt des Projekts stehen Ankäufe aus den Jahren 1934 bis 1941, die über den Kunsthandel erfolgten. Dr. Kracht wertet dazu historische Akten und Dokumente aus und untersucht die Kunstwerke selbst auf Hinweise zu ihrer Herkunft. Ziel ist es, die Erwerbungswege der Objekte möglichst genau zu rekonstruieren. Mit dem Forschungsvorhaben wollen das Rheinische Landesmuseum Trier und die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz die eigenständige Aufarbeitung der NS-Zeit weiter vorantreiben. Der Hintergrund für die zahlreichen Ankäufe liegt in den Planungen für ein großes Museumsprojekt. Bereits in den 1920er Jahren gab es Überlegungen, im Kurfürstlichen Palais ein „Großmuseum“ einzurichten, das mehrere Trierer Sammlungen unter einem Dach vereinen sollte. Während der NS-Zeit wurden diese Pläne konkretisiert. Da das Landesmuseum vor allem über archäologische Bestände verfügte, wurden gezielt Kunstwerke für die geplante Präsentation erworben, darunter insbesondere mittelalterliche Skulpturen.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen nach dessen Abschluss veröffentlicht und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Gefördert wird das Vorhaben vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg.

Verwendete Quellen: Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland Pfalz (GDKE), Pressemitteilung