Stockacher Narrenbüttel
Der Platzmacher des Narrengerichts - der Stockacher Narrenbüttel. Foto: r3/hb

Narrentreffen in Stockach 2026: Zünfte und Narrenrufe in der Altstadt – Festzug zieht durch die Straßen (Fotostrecke)

Die Stockacher Fasnacht gehört zu den ältesten Fasnachtstraditionen Süddeutschlands. Viele Bräuche sind über Jahrhunderte gewachsen und werden bis heute gepflegt – von traditionellen Masken bis zu historischen Umzügen. Jedes Jahr hält das Hohe Grobgünstige Stockacher Narrengericht (Kreis Konstanz) eine humoristische Gerichtsverhandlung ab, bei der eine prominente Persönlichkeit „beschuldigt“ wird – meist Politiker oder andere bekannte Figuren. Die diesjährige Etappe von regio drei zur schwäbisch-alemannischen Fastnacht ging nach Stockach im Kreis Konstanz. Dort feierte das Narrengericht seine jahrhunderalte Tradition mit einem Landestreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemmanischer-Narrenzünfte. Ein Höhepunkt war der große Festumzug am Sonntag.

VON REDAKTION

Der Offenburger Hexensprung ist ein traditioneller Fasnachts Brauchtumstanz der Offenburger Hexenzunft. Foto: r3/hb
Der Offenburger Hexensprung ist ein traditioneller Fasnachts Brauchtumstanz der Offenburger Hexenzunft. Foto: r3/hb

Stockach – Das hohe Grobgünstige Stockacher Narrengericht wird dieses Jahr 675 Jahre alt. Drei Tage lang (23.-25.01.2026) wurde dieses Ereignis mit einem Festwochenende gefeiert. Am Freitagabend gab es ein Narrentreffen Opening in der „Kammerer-Festzelt-Arena“ auf dem Dillplatz und eine Wirtshaus-Fasnet in verschiedenen Gasthäusern. Das Motto dort lautete „Fasnet wie früher“. Musiker und Gruppen zogen durch die Gaststätten und brachten Gesang und gute Laune. Die Narrennacht am Samstagabend startet mit einem Sternmarsch. Aus drei Richtungen setzen sich die 18 teilnehmenden Zünfte mit Umzügen in Bewegung und zogen in die Oberstadt. Im Anschluss an den Sternmarsch fanden Brauchtumsvorführungen statt. In der Oberstadt wurde zunächst durch Mitglieder des Narrengerichts und der Gliedrungen eine historische Szene aus dem Jahr 1315 nachgespielt. Anschließend folgten der Tiroler Tanz aus Unterägeri, der Hopser- und Schleifertanz aus Munderkingen und der Tanz der Ahlande aus Rottenburg. In der Unterstadt konnte man den Tanz der Salz-Hansel aus Bad Dürrheim, den Laternentanz aus Konstanz und das Bräuteln aus Sigmaringen bewundern. Zum Schluss gab es einen Hexensprung. Der Offenburger Hexensprung ist ein traditioneller Fasnachts Brauchtumstanz der Offenburger Hexenzunft. Er wird bei Brauchtumsvorführungen gezeigt und folgt einem ritualisierten Ablauf.

Gestartet wurde der Festtag am Sonntagmorgen mit einer Narrenmesse in der St. Oswald-Kirche, zelebriert von Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Foto: r3/hb
Gestartet wurde der Festtag am Sonntagmorgen mit einer Narrenmesse in der St. Oswald-Kirche, zelebriert von Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Foto: r3/hb

Endspurt beim Narrentreffen 2026 in Stockach – Großer Festumzug am Sonntagnachmittag

Ein Höhepunkt des närrischen Wochenendes war im Rahmen des Jubiläums der große Festumzug am Sonntag, 25. Januar 2026. Gestartet wurde der Festtag am Sonntagmorgen mit einer Narrenmesse in der St. Oswald-Kirche, zelebriert von Freiburger Erzbischof Stephan Burger. Nach der Narrenmesse gab es im Bürgerhaus Adler Post einen Zunftmeisterempfang für die Zunftmeister aller teilnehmenden Zünfte, Sponsoren und Ehrengäste. Gratulationswünsche und Grußworte gab es zum 675. Jubiläum u.a. von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Bürgermeisterin Susen Katter und vom Landrat des Landkreises Konstanz, Zeno Danner. Vor Umzugsbeginn erhielt Erzbischof Stephan Burger einen Laufnarrenschlag – eine närrische Ehre der Stockacher Fasnacht und darf nun die Stockacher Laufnarrenkappe, die bunte Kopfbedeckung der Laufnarren des Hohen Grobgünstigen Narrengerichts Stockach tragen.

Ein großer Festumzug am Sonntagnachmittag war der Höhepunkt zum Abschluss der Narrentage 2026 in Stockach. Foto: r3/hb
Ein großer Festumzug am Sonntagnachmittag war der Höhepunkt zum Abschluss der Narrentage 2026 in Stockach. Foto: r3/hb

Ein großer Festumzug am Sonntagnachmittag war der Höhepunkt zum Abschluss der Festtage und lockte tausende Zuschauer in die Stockacher Altstadt. 48 teilnehmenden Gruppierungen bewegten sich in einem dreieinhalbbstündigen Umzug über die Schillerstraße, die Goethestraße und Stabelstraße in Richtung Oberstadt, dann an der Ehrentribüne vor dem Bürgerhaus Adler Post vorbei und am Ende der Hauptstraße ging es für die Zunftgruppen in Richtung Umzugsende. Pünktlich setzte sich der Festumzug mit Zünften aus dem Landkreis Konstanz, benachbarten Landkreisen und der Schweiz in Bewegung. Angeführt wurde er von der Reitergruppe Stockach und weiteren Stockacher Narren, die mit ihren markanten Figuren und dem historischen Bezug zum Narrengericht den Festzug anführten. Jede Festzuggruppe brachte ihre eigenen Traditionen, Masken und Klänge mit — ein beeindruckendes Panorama der schwäbisch alemannischen Fasnacht für die Zuschauer.

Die „Aktiven Laufnarren“ ist eine Gliederung des Hohen Grobgünstigen Narrengerichts zu Stocken. Foto: regiodrei/hb

Das hohe Grobgünstige Stockacher Narrengericht

Extra: Das Stockacher Narrengericht besteht aus bis zu 21 Gerichtnarren, an deren Spitze der „Primus inter Pares“ steht. Das Narrengericht ist das älteste seiner Art und basiert auf einem Privileg aus dem Jahre 1351, das ihrem Hofnarr Kuony von Stocken anlässlich einer Schlacht im Jahre 1315 versprochen wurde. Jedes Jahr gelingt es dem Kollegium, einen renommierten Beklagten vor das Narrengericht zu zitieren. Das Narrengericht zählt zu den Höhepunkten der schwäbisch-alemannischen Fasnacht.

Verwendete Quellen:

  • Grobgünstige Narrengericht zu Stocken e. V.
  • Eigene Recherche